Wechselaustellungen 2018/2019

Sofern kein Veranstaltungsort angegeben ist, findet die Veranstaltung im Blankenhorn-Palais statt.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 14:00-18:00 Uhr, Gruppen nach Vereinbarung


17. Juni 2018 bis 19. Mai 2019
Zeitenwende. Die 1920er Jahre in Müllheim
 

Mehr als 20 Museen in der Schweiz, im Elsass und in Baden-Württemberg schauen gemeinsam auf das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Die Jahre 1918/1919 markieren eine Zeitenwende. Das Elsass wird französisch, Baden und Deutschland werden von der Monarchie zur Republik, die Schweiz wird durch einen Generalstreik erschüttert. Große Wirtschaftskrisen, aber auch Erfolge prägen die 1920er Jahre. Moderne Entwicklungen sind in der Kunst, in neuen Lebensformen und Lebensstilen, in der veränderten Rolle der Frau ablesbar.

Auch für die Garnisonsstadt Müllheim ändert sich viel: die Stadt wird entmilitarisiert, die Grenze nach Frankreich rückt wieder ganz nahe, wirtschaftliche Probleme, Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot prägen den Alltag. Doch auch neue Entwicklungen brechen sich in der Markgräfler Landstadt Bahn: der erste hauptberufliche Bürgermeister Artur Hämmerle tritt sein Amt an, neben dem dominierenden Weinbau und der Landwirtschaft kommt es zu ersten zaghaften Industrieansiedlungen, Kino, Ausstellungen und Konzerte bereichern das kulturelle Leben auf ungewohnte Art, technische Neuerungen wie Telefon, Gasnetz und Auto setzen sich durch, neue Stadtviertel entstehen.

Zum ersten Mal wird mit der Ausstellung die Zeit der Weimarer Republik in Müllheim näher erforscht und dokumentiert.

16. März bis 30. Juni 2019
Eric Grandgirard. Das ist keine Ausstellung!
 

Als eine Hommage an René Magritte und an vieles Andere ist diese Ausstellung im Foyer des Markgräfler Museum im Blankenhorn konzipiert – und natürlich mit einigem Augenzwinkern.
Der Elsässer Eric Grandgirard, geboren 1956 in Remiremont in den Vogesen, liebt Papier und ist immer neugierig auf Neues. Seine Kreativität macht vor kaum etwas Halt. Der Gastronom und Künstler lebt und arbeitet er mit seiner Partnerin Dagmar Hauk in einem subtil zum Restaurant restaurierten historischen Anwesen in einem der kleinsten Städtchen Baden-Württembergs, in Sulzburg.
Von sich selbst sagt er: „Die Kunst ist mein Lebenselexier!“ Sein Haus ist voller Bilder – besonders das kleine Format hat es ihm angetan. Gerne experimentiert er mit verschiedenen Materialien und Farben.
Der belgische Maler und bedeutende Vertreter des Surrealismus, René Magritte, hat es ihm unter anderem angetan, dem die Fondation Beyeler vor Jahren eine Restrospektive unter dem Titel „Der Schlüssel der Träume“ widmete. Doch festlegen lässt sich Grandgirad mit seiner Kunst nicht – vielmehr zeigt sich in den unterschiedlichen Arbeiten als gemeinsamer Nenner vor allem Humor und eine (französische) Leichtigkeit des Seins.
Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit BAASKE CARTOONS Müllheim.

Ab 19. Mai 2019
Vom Wert der Sammlung
 

Der Kern der Museen sind Ihre Sammlungen. Und die Sammeltätigkeit steht meist vor der eigentlichen Museumsgründung. So war es auch in Müllheim: seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert gab es Pläne für ein Museum in der Wein- und Mühlenstadt, und seit den 1950er Jahren wurde konsequent mit der Sammlung historischer Gegenstände begonnen.

Als dann 1974 das Museum vom Museumsverein und der Stadt aus der Taufe gehoben wurde, konnte es vor allem auf weinbau- und heimatgeschichtliche Sammlungsstücke zurückgreifen. Seit den 1990er Jahren hat sich das Museum auch mit Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst am südlichen Oberrhein einen Namen gemacht.

Gerade in den letzten Jahren ist die Sammlung durch großzügige Schenkungen, Leihgaben und in seltenen Fällen auch durch Erwerbungen deutlich gewachsen. Hochkarätige Kunstwerke und wertvolle Geschichtszeugnisse untermauern den Anspruch des Markgräfler Museums im Blankenhorn-Palais, neben der Geschichte der Stadt Müllheim mit ihren Ortsteilen auch Kunst, Kultur und Geschichte des Markgräflerlandes zu zeigen. Das Haus hat sich zum wichtigsten Regionalmuseum zwischen Freiburg, Mulhouse und der Agglomeration Basel/Lörrach entwickelt. Wie und was gesammelt wird, dazu ermöglicht die Ausstellung Einblicke vor und hinter die Kulissen.

30. August 2019 bis 29. März 2020
Die Nachkriegsjahre 1945-1952 in der Region
 

Die traumatischen Erfahrungen einer menschenverachtenden Diktatur und eines ungeheuren Weltkriegs lagen hinter den Menschen, als 1945 die „Nachkriegszeit“ begann. In den ersten, wirtschaftlich besonders schweren Jahren gehörten die Linderung von Hunger und Not zu den vordringlichsten Aufgaben, mit denen sich der erste, noch von der französischen Militärregierung bestellte Gemeinderat zu befassen hatte.

Ein demokratisches politisches System war aufzubauen, das Schul- und Bildungswesen neu zu gestalten. Doch noch bis weit in die 1950er Jahre hinein herrschte große Wohnungsknappheit, denn die Stadt wuchs durch den Zuzug von Heimatvertriebenen und hatte – gemessen an der Einwohnerzahl – so viele französische Besatzungssoldaten zu beherbergen wie kaum eine andere Stadt im deutschen Südwesten.

Erst mit der Währungsreform 1948 und der Einführung der Deutschen Mark (DM) besserte sich die gesamtwirtschaftliche Lage allmählich. In Müllheim und in der Region machte sich eine Aufbruchstimmung bemerkbar – als Vorbote der „Wirtschaftswunderzeit“. Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Stadtgeschichte im Markgräfler Museumsverein entsteht, beleuchtet die spannenden Jahre bis zur Gründung des Bundeslandes Baden-Württemberg 1952.

3. November 2019 bis 29. März 2020
Karlheinz Scherer. Hommage zum 90. Geburtstag
 

Karlheinz Scherer (1929-2008) gehört zu den wichtigen Malern, Zeichnern und Grafikern des deutschen Südwestens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nach seinem Studium an der Kunstakademie Freiburg, unter anderem als Meisterschüler von Adolf Strübe, zählte er mit Horst Antes, Jürgen Brodwolf, Peter Dreher und Dieter Krieg zur Gruppe junger süddeutscher Maler, die als Vertreter der „Neuen Figuration“ in den 1960er Jahren gegen abstrakte Tendenzen an der Figur und am Gegenstand festhielten.

Scherer malte „Krawatten für die Berge, Hosenträger, Speckseiten, aber auch Postergirls, Bentley und Rolls Royce. Das Resultat war eine eigenwillige regionale Interpretation des Neuen Realismus in Form von „ironisch-trashigen Heimat-Pop-Idyllen“. Lokale und persönliche Motive mischten sich mit medialen Inszenierungen von Realität“. Kritisch, immer auch mit einer Portion Spottlust, hinterfragte er die Rolle von Kunst und Künstlern.

Zweimal wurde Scherer im Markgräfler Museum in vielbeachteten Doppelausstellungen gezeigt: 1995 mit Jürgen Brodwolf, 2010 mit Bernd Völkle. Anlässlich des 90. Geburtstags, den er in diesem Jahr gefeiert hätte, ist ihm eine Einzelausstellung gewidmet.