Wechselaustellungen 2015/2016

Sofern kein Veranstaltungsort angegeben ist, findet die Veranstaltung im Blankenhorn-Palais statt.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 14:00-18:00 Uhr, Gruppen nach Vereinbarung


12. Juni bis 30. Oktober 2016
Jürgen Brodwolf. Thema Figur
Ort: Blankenhorn-Palais
 

Unter dem Titel „Thema Figur“ kann das Markgräfler Museum das Werk der in Kandern lebenden Künstlers Professor Jürgen Brodwolf erstmals in einer Einzelausstellung zeigen. In der ständigen Galerie „Kunst am südlichen Oberrhein“ ist er seit langem prominent vertreten.

Erst kürzlich wurde über ihn geschrieben: „Der 1932 im schweizerischen Dübendorf zur Welt gekommene Jürgen Brodwolf gehört als Entdecker der Figur aus der Tube zu den großen und markanten Erscheinungen der Gegenwartskunst im süddeutschen Raum und in der Schweiz.“ Sein aktuelles Schaffen stelle „eindrucksvoll unter Beweis, wie frei und souverän der 83jährige noch immer aus der Fülle seiner Erfahrung schöpft und beständig Neues entstehen lässt.“

„Die Faszination und der Zauber dieser Figur hat auch nach 56 Jahren auf ihren Finder nicht nachgelassen“, formuliert Brodwolf selbst. In der Ausstellung haben die Museumsbesucher die Gelegenheit, diese Faszination auf sich selbst wirken zu lassen.

13. März bis 30. Oktober 2016
Portraits. Gemälde und Zeichnungen aus 25 Jahren Sammlung
Ort: Blankenhorn-Palais
 

1974 wurde das heutige Markgräfler Museum als Wein- und Heimatmuseum gegründet. Seit dem Umbau 1991 und der Umbenennung zählt auch die Bildende Kunst zu den Arbeitsschwerpunkten des Hauses. In den vergangenen 25 Jahren ist eine hochkarätige Kunstsammlung entstanden – zunächst allein getragen von Stadt und Museumsverein, zunehmend aber auch gefördert durch Sponsoren sowie durch großzügige Schenkungen und Dauerleihgaben. Diese Arbeit hat das Markgräfler Museum über die Jahre hinweg zu einem der herausragenden Kunstorte in Südbaden gemacht.

Neben Gemälden des 19. Jahrhunderts, die aus unserer Region selten sind, bewahrt das Markgräfler Museum Werke der klassischen Moderne aus der 1927 gegründeten Künstlergruppe „Badische Secession“ mit Mitgliedern wie Emil Bizer, Adolf Strübe, Otto Laible oder Adolf Riedlin, Darüberhinaus gehören Malerei und Skulptur von zeitgenössischen Künstkerinnen und Künstlern am südlichen Oberrhein zur Sammlung.

Ein Schwerpunkt der Sammlung liegt bei der Landschaftsdarstellung, die in gegenständlicher oder abstrakter Form alle Künstlergenerationen als Motiv herausgefordert hat. Das Museum besitzt aber auch zahlreiche Portraits – ob als Zeichnung, als Aquarell oder als Ölgemäde. Zum 25jährigen Jubiläum stellt der Sammlungskurator Peter R. Stoppel eine Auswahl zu einer Sonderausstellung zusammen.

24. April bis 18. September 2016
Bücherschätze. Die "Badische Bibliothek" von Erich Blankenhorn
Ort: Blankenhorn-Palais
 

Seit über zehn Jahren wird im Markgräfler Museum ehrenamtlich eine wissenschaftliche Regionalbibliothek mit den Schwerpunkten Geschichte und Kunst des Markgräflerlandes aufgebaut. Buchspenden und die Überlassung ganzer thematischer Buchsammlungen haben den Bestand in kurzer Zeit auf über 6.000 Bände anwachsen lassen. Darunter sind auch seltene Schriften, die in keiner anderen Bibliothek zu finden sind.

Ein bedeutender neuer Zugang ist die „Badische Bibliothek“ von Erich Blankenhorn (1878-1963), einem Sohn des Weinbaupioniers Professor Adolph Blankenhorn aus Müllheim. Erich Blankenhorn, Offizier und von 1920 bis 1933 als Oberst Leiter der badischen Polizei, wurde 1933 aufgrund seiner Gegnerschaft zum NS-Regime entlassen. Dennoch konnte er ehrenamtlich den Aufbau des Badischen Armeemuseums in Karlsruhe leiten – nach Kriegsende baute er als Nachfolgesintitution das „Badische Historische Museum“ zunächst in Baden-Baden, dann in Rastatt auf.

Wohnhaft in Badenweiler, war er auch mit den frühen Bestrebungen, ein Museum in Müllheim zu gründen, vertraut. Seine Familie übergibt dem Markgräfler Museum nun die wertvolle private „Badische Bibliothek“ als Schenkung – mit religiösen Traktaten, Geschichtswerken, Büchern zu wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und literarischen Themen unserer Region seit dem 16. Jahrhundert. Das älteste Werk datiert von 1599.

24. Juli bis 4. September 2016
Gerd Leibe: Keramik einer anderen Art
Ort: Frick-Mühle Müllheim, Gerbergasse 74/76
 

Der Keramiker Gerd Leibe, in Heitersheim gebürtiger ehemaliger Pädagoge, formt seit Jahrzehnten Klein- und Reliefplastiken sowie Skulpturen aus Ton. Oft rahmt Leibe seine mit Metall und Glanzglasur versehenen Keramikarbeiten – so entstehen farblich abgestimmte kleine Objektkästen. Köpfe, Tiere, Figuren, Collagen haben ihn stets fasziniert und zu einem eigenen künstlerischen Ausdruck geführt: Keramik einer anderen Art.

Seit seiner ersten Ausstellung 1979 in Müllheim konnte er seine Arbeiten unter anderem in München, Bonn, Köln, Stuttgart, Freiburg, Konstanz, Bern, Basel sowie in der näheren Umgebung präsentieren.

In Müllheim hat er während seiner Berufslaufbahn viele Schülerinnen und Schüler zu eigenen Keramikarbeiten angeregt. Die Sommerausstellung in der Frick-Mühle gibt einen Überblick über seine aktuellen Werke.

23. Oktober 2016 bis 26. Februar 2017
Stein-Zeiten. Vom Faustkeil bis zum Mühlstein
Ort: Blankenhorn-Palais
 

Stein-Zeiten: man denkt da an Ur- und Frühgeschichte, an den Neandertaler – dass aber der Werkstoff „Stein“ seit diesen frühen Perioden bis heute eine entscheidende Rolle in unserem Leben spielt, ist nicht so geläufig.

Die Ausstellung spannt einen weiten Bogen vom hunderttausend Jahre alten Faustkeil über Mühlsteine, ohne die es noch vor hundert Jahren kein Brot gegeben hätte, bis zu den aktuellen Solarpaneelen mit ihren Siliciumzellen. Was ist nicht alles aus Stein hergestellt oder ohne die Verwendung von Stein nicht gebrauchsfähig: Pfeilspitzen, Streitäxte, Kanonenkugeln und Gussformen für Bleikugeln, Stempelsiegel, Grenz- , Klang- und Wetzsteine, Steindruckplatten, Rosenkränze, die Gangwerke von Uhren, und nicht zuletzt die Pyramiden oder die Venus von Milo.

Die Ausstellung entsteht in enger Kooperation mit dem Arbeitskreis Archäologie im Markgräfler Museumsverein, und natürlich ist ein Schwerpunkt der Fundschau der prähistorischen Steinzeit gewidmet: Ein kleiner Film, extra für die Ausstellung konzipiert, zeigt die experimentelle Herstellung einer 25.000 Jahre alten Waffenspitze, wie sie erst kürzlich in Feldberg gefunden wurde.

18. November 2016 bis 29. Januar 2017
Peter Gaymann. Typisch Badisch
Ort: Blankenhorn-Palais
 

Der Cartoonist Peter Gaymann ist auch im Markgräfler Museum Müllheim längst kein Unbekannter mehr. Er ist in Freiburg geboren und hat mehrere Jahrzehnte in Baden gelebt. Lange genug, um zu hören, von was die Badenerinnen und Badener reden – und zu bemerken, über was sie mehr schweigen als reden. Und: was sie niemals sagen würden.

Die Besonderheiten von Land und Leuten karikiert Gaymann mit spitzer Feder entlang der Themen Wetter, Wein, Genüsse, Liebesleben, Redensarten, Schwarzwald und Alternatives Freiburg. Letzteres, die „Green City Freiburg“, erlebte er schon als Kind hinterm Haus mit Hühnerstall, Hasen und einem Schwein, als es diesen Titel des Stadtmarketings noch nicht gab.

Er lebte einige Jahre in Rom und wohnt und arbeitet jetzt in Köln, aber seinen badischen Hühnern in den Landesfarben goldgelb (das Gefieder) und rot (der Kamm) blieb er in seinen vielen tierischen Cartoons immer treu. Auch in der in Kooperation mit Baaske Cartoons entwickelten Ausstellung im Markgräfler Museum wird man feststellen: Da lachen ja die Hühner!

24. November 2016 bis 26. Februar 2017
Kunstpreisträger 2016 der Stiftung Markgräflerland zur Förderung von Kunst und Kultur
Ort: Blankenhorn-Palais